Einkaufswagen 0

Kurtuvenai Gut zentrum

d

Warten auf Sie:

  • Große Zeit mit Ihren Lieben Große Zeit mit Ihren Lieben
  • Erholung in der Natur Erholung in der Natur

Kurtuvenai Gut geschichte

Als sich die Häuser bzw. Gutshöfe der reicheren Bojare im XV. Jahrhundert von den Siedlungen getrennt haben, haben sich dann in Litauen die Landgüter gestaltet. Der Gutshof Kurtuvėnai wird den ältesten Landgütern in Litauen zugeordnet. Die Schriftzeugnisse weisen darauf hin, dass 1498 der Bojar Mikalojus Jaugėlavičius der Kirche eine Siedlung mit 6 Bewohnern geopfert hat. In den Stiftunterlagen betitelt M. Jaugėlavičius sich selbst zum Stammältesten von  Kurtuvėnai.

In der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts geriet Kurtuvėnai in die Hände von Adligen Litauens Kęsgailai. Der Älteste des Samogitiens Stanislovas Kęsgaila hat den Gutshof seinen minderjährigen Kindern aus der letzten Ehe mit Ona Kiškaitė (ehemalige Radvilienė) testamentarisch verschrieben.

In der Mitte des XVI. Jahrhunderts hat der Statthalter von Kražiai Stanislovas Skaševskis, ein gebildeter Mensch mit einer progressiven Denkart, den Gutshof erworben. Beim Kauf oder Tausch des Bodenbesitzes, hat er sein Besitztum um Kurtuvėnai konzentriert. Unter der Herrschaft von Skaševskiai wurde der Gutshof nach den Grundsätzen der Landesvermessung umgestaltet, und die katholische Kirche Kurtuvėnai wurde zur evangelisch reformierten. 1592 bestand der Gutshof aus mehr als 20 hölzernen Gebäuden, davon waren 5 Wohngebäude.

Im XVII. Jahrhundert haben ungünstige politische und wirtschaftliche Veränderungen im Staate einen Einfluss auf den Gutshof Kurtuvėnai ausgeübt. Das Landgut hat einige Male seine Besitzer gewechselt, verblieb nach der Pestseuche fast ohne Bewohner, wurde während der Kriege mit Schweden geschädigt. Die im XVII. Jahrhundert den Gutshof Kurtuvėnai beherrschenden Adligen der Samogitiens Bojaren Zarankos, Skaudvilos, Kniaževičiai konnten weder in ihrem Besitz, noch in Einfluss im Staate nach den Skaševskiai gleichkommen. Es gibt keine Angaben über die wirtschaftlichen oder kulturellen Wandlungen zu dieser Zeit in Kurtuvėnai.

Anfang des XVIII. Jahrhunderts hat Pranciškus Nagurskis (1717–1751) den Gutshof erworben. Drei Generationen von Nagurskiai besaßen Kurtuvėnai das ganze Jahrhundert lang. Der Gutshof gelang dann zur vollen Blüte, im Gehöft entstand ein hölzerner Gebäudekomplex im Barockstil. Neben des jährlich zu pflegenden und zu erneuernden Hofes waren hier auch Büros, Ziegelei, Magazin (Lagerhaus), Schatzkammer, Kornspeicher, Schmiede, Brauerei, Vorwerk, Stall, Scheune, Leucht- und Hundehütten und eine Mühle. Für die Mittel von Jokūbas Ignotas Nagurskis wurde die Mauerkirche von Kurtuvėnai erbaut. 

Nagurskiai werden nicht nur den größten, sondern auch den progressivsten Grundbesitzern des Großfürstentums Litauens im XVIII. Jahrhundert beigegeordnet. Die Familie nahm an den Kämpfen um die Verfassung vom 3. Mai 1791 und dem Aufstand im Jahr 1794 teil. 1792 hat der Herrscher des polnischen  - litauischen Staates Stanislovas Augustas Poniatovskis Herrn Jonas Nagurskis einen Menschen, der Litauen zum Kampfe mit den Russen aufrütteln kann, genannt. 1800 hat Kajetonas Nagurskis (1765-1802) als einer der ersten in Litauen den Leibeigenen testamentarisch die Freiheit gegeben.

Anfang des XIX. Jahrhunderts hat sich das Schicksal des Landgutes Kurtuvėnai vor Gericht entschieden, weil der letzte Besitzer des Landgutes Kurtuvėnai Kajetonas Nagurskis die Leibererben nicht in Freiheit gelassen hat. Letztendlich ging das Besitztum an Joana Nagurskaitė, die K. Žukauskas geheiratet hat, über. Dieser hat die Bedingungen der Leibeigenschaft erschwert, sich in einen Konflikt mit den Bauern verstrickt. Nach Žukauskai wurde Kurtuvėnai von Bulgarinai, Tiškevičiai, Parčevskiai kurze Zeit beherrscht.

1862 hat Graf Henrikas Pliateris das Landgut seinem Sohne Liudvikas Pliateris gekauft. Pliateriai, die das Landgut Kurtuvėnai fast acht Jahrzehnte lang bewirtschaftet haben, hatten die Wirtschaft des Gutes modernisiert, den größte Teich- und Fischereibetrieb in Litauen gegründet, die hölzernen Gebäude in gemauerte umgebaut. Am Ort des Besitztums entstand ein neuer Gutshof, ein Pferdestall und ein Büro.

Anfang des XX. Jahrhunderts war das Landgut Kurtuvėnai nicht nur das Wirtschafts-, sonder auch das Kulturzentrum dieses Landes. 1902–1903 hat der Initiator des litauischen demokratischen Gedankens Povilas Višinskis die Kinder von Pliateriai gelehrt, bei ihm gastierten die Schriftsteller Jonas Biliūnas, Žemaitė und Šatrijos Ragana. Über Kurtuvėnai gingen die Wege der Bücherträger.

Im unabhängigen Litauen wurde das von Pliateriai besessene Landgut Kurtuvėnai als eine vorbildliche Wirtschaft anerkannt.

1940 hat die Sowjetmacht  den letzten Besitzer des Landgutes Stanislovas Pliateris nach Sibirien verschickt und das Landgut verstaatlicht. Im II. Weltkrieg hat ein von den Deutschen ernannter Verwalter die Wirtschaft und den Haushalt im Landgut geführt. Zu den Sowjetzeiten hat das ehemalige Besitztum dem Staatsgut Bubiai gehört. Im letzten Jahrzehnt des XX. Jahrhunderts begann es die Verwaltung des regionalen Naturparks Kurtuvėnai zu verwalten.

Im XXI. Jahrhundert begann die Wiedergeburt des Gehöftes. In dem 2006 aus der Asche auferstandenen Kornhaus finden Konzerte, Ausstellungen und Konferenzen statt. In dem wiederaufgebauten  Büro arbeitet die Direktion des regionalen Naturparks Kurtuvėnai, im ehemaligen Pferdestall des Gutshofes hat sich das Reitzentrum niedergelassen, und im wiederhergestellten Wagenschuppen amtiert heute das Besucherzentrum des regionalen Naturparks Kurtuvėnai. 2008 wurde die historische Struktur des Gutsparks, der Zaun, die Gutshofterrasse mit dem Säulengeländer, das Gärtnerhaus, die Teiche, der Krocketplatz wiederhergestellt und ein Campingplatz eingerichtet.

Der Gutshof Kurtuvėnai mit seinem architektonischen und historischen Wert ist in das Register der unbeweglichen Kulturwerte der Republik Litauen eingetragen. Seinem Komplex gehören die Parkanlage, das Büro, das Kornhaus, der Wagenschuppen, der Kuhstall, der Pferdestall, die Küche, die Scheune, der Kellerraum und zwei Landarbeiterräume an.

Weiterlesen